Der Förderverein Starkholzbacher See gewinnt

An heißen Sommertagen hört man schon von weitem das Lachen, Kinderstimmen und Johlen, wenn man sich dem „Starki“, wie der Starkholzbacher See liebevoll genannt wird, nähert. Was im Sommer für eine angenehme Abkühlung sorgt und Menschen aus dem ganzen Landkreis unbeschwerte Stunden Wasserspaß bereitet, wird im Herbst zu einem bunten Ruhepol. Doch auch wenn kein Badebetrieb mehr ist, gibt es rund ums Jahr etwas zu tun am Starkholzbacher See. Darum kümmert sich der Förderverein Starkholzbacher See.

Dass es um mehr geht, als nur die Liegewiese zu mähen, wird einem klar, wenn man mit Vorstandsvorsitzendem Jan Müller spricht. Für sein Engagement am Starkholzbacher See wird der Förderverein mit dem Klimaschutzpreis 2025 ausgezeichnet. Die Übergabe des Preises findet immer vor Ort statt - in diesem Fall am Starkholzbacher See. Auch Vertreterinnen und Vertreter des Klimaschutzbeirats sind anwesend: Hanne Noebel, Ulrike Seitz, Leila Rothmund und Sven Haustein. Der Klimaschutzpreis wurde 2021 vom Klimaschutzbeirat ins Leben gerufen und wurde dieses Jahr zum vierten Mal in den Kategorien „Unternehmen“ und „Gruppen“ vergeben.

Wir haben dieses Jahr fünf neue Bäume gepflanzt und Blühwiesen gesät.Jan Müller

Vorstandsvorsitzender

Vertreter der Gesellschaft

Heiner Schwarz-Leuser von der Stabstelle Klimaschutz der Stadt Schwäbisch Hall erklärt, wie sich der Klimaschutzbeirat zusammensetzt. Vertreter der Stadt, unter anderem der Oberbürgermeister, die Klimaschutzbeauftragte, die Gemeinderatsfraktionen mit je einer Person, Fachleute und gesellschaftliche Gruppen gehören dem Rat an. „Klimaschutz kann nur gemeinsam vorangebracht werden. Deshalb sind Vertreter der gesamten Gesellschaft im Klimaschutzbeirat vertreten. Mit dem Klimaschutzpreis werden Menschen, Gruppen und Unternehmen gewürdigt, die zeigen: Klimaschutz beginnt vor der eigenen Haustür“, so Schwarz-Leuser. „Ihr als Förderverein Starkholzbacher See setzt euch für den Erhalt und die Aufwertung dieses beliebten Naherholungsgebiets ein“, würdigt Schwarz-Leuser die Arbeiten des Fördervereins.

Projekte am See

Jan Müller, Vorstandsvorsitzender des Fördervereins freut sich über den Preis und führt die Projekte am Starkholzbacher See auf. Der gebürtige Nordfriese kommt von der Flensburger Förde und ist seit 2012 Vorstandsvorsitzender. Er war ebenso bereits bei der Gründung des Fördervereins dabei. „Wir haben dieses Jahr fünf neue Bäume gepflanzt und Blühwiesen gesät, wir haben in Zusammenarbeit mit der Berufsfachschule Nistkästen gebaut und die Umkleidekabinen barrierefrei umgebaut“, erklärt Müller. „Insgesamt leisten wir hier viel Pflegearbeiten, vom Rasenmähen über Müllsammeln, damit die Natur geschützt und dieser einzigartige Naherholungsort so vielen Menschen wie möglich erhalten bleibt“, sagt Müller. An warmen Sommertagen kommen zum Teil bis zu 1500 Menschen an den See. „Alle Arbeiten werden von uns ehrenamtlich geleistet. Das Besondere sind aber auch die vielen helfenden Hände und die enge Zusammenarbeit mit den Schulen, den örtlichen Landwirten, dem NABU und der Stadtplanung“, so Müller.

„Besonders überzeugt hat die Jury das starke Partizipationspotenzial“, würdigt Schwarz-Leuser. Hanne Noebel war als Vertreterin der Gruppe Parents for Future Teil der Jury im Klimaschutzbeirat und erzählt: „Das war bei der Entscheidung für uns ganz wichtig, dass das Projekt weiterwirkt in die Gesellschaft und viele daran teilhaben.“ Beim Rundgang um den See erzählt Noebel weiter: „Es ist schön, dass hier Menschen in ihrer Freizeit für den Klimaschutz aktiv werden.“ Natürlich sei es noch wünschenswert, dass auch eine gewisse Aufklärungsarbeit gewährleistet wird, vor allem im Sommer, wenn die Liegewiese voll ist. „Man schützt nur, was man liebt“, sagt Noebel und hofft darauf, dass das Bewusstsein in der breiten Bevölkerung geschaffen wird, den See und die Natur zu schützen. Auch Architekt Sven Haustein war Jurymitglied und berichtet: „Wir haben hier ein ganzheitliches Projekt gesehen, mit Blühwiesen, resilienten Bäumen und Schutzzonen für die Tiere. Es geht weit über das Engagement des Erhalts des Sees hinaus und das ist uns in höchstem Maße preiswert.“

Ein besonderes Anliegen ist dem Förderverein die Stiftung des neu gepflanzten Nussbaums Hans Hafner zu Ehren. Er hatte es sich 2009 zur Aufgabe gemacht, die Sanierung des Sees zu finanzieren und sammelte innerhalb kürzester Zeit Spenden und Mitstreiter, die bald darauf im Förderverein Starkholzbacher See vereint waren. „Der Förderverein verbindet praktischen Naturschutz mit gelebter Gemeinschaft und macht deutlich: Klimaschutz beginnt dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen“, sagt Schwarz-Leuser. Auch Haustein formuliert: „Die Arbeit ist wichtig und wir wollten damit dem Förderverein sowohl Anerkennung als auch Aufmerksamkeit schenken.“ Leider sei oft das Gegenteil der Fall erzählt Hermann-Josef Kiel, Beisitzer des Fördervereins. „Unsere Arbeit wird oft nicht gesehen und nicht wertgeschätzt. Wir werden oft als Störenfriede der Badegäste gesehen, dabei tun wir es ja für sie, damit sie so lange wie möglich Spaß am See haben können“, sagt er traurig.

Der Klimaschutzpreis ist mit 2000 Euro dotiert. Neue Projekte am Starkholzbacher See stehen bereits an: „Wir wollen für das nächste Frühjahr Nisthilfen für Rauchschwalben und andere Schwalbenarten bauen“, sagt Müller lächelnd. Die Ideen und Aufgaben gehen am Starkholzbacher See nicht aus.

Von Lisa Arumugam

Heiner Schwarz-Leuser von der Stabstelle Klimaschutz überreicht den Klimaschutzpreis samt Spendencheck an (von links) Hermann-Josef Kiel (Beisitzer Förderverein), Jan Müller (Vorstandsvorsitzender), Wolfgang Böck (Kassier) und Rolf Stadel (Beisitzer).

Jan Müller (Mitte) erklärt den Mitgliedern des Klimaschutzbeirats an der neu gepflanzten Kastanie wie das mit der Bepflanzung funktionierte. Mit auf dem Bild: (von links) Wolfgang Böck, Hanne Noebel, Leila Rothmund, Ulrike Seitz und Heiner Schwarz-Leuser.